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KOLLIBRI

Das Mobilitätsprojekt Kollibri in der Region Brugg ist bei den Nutzerinnen und Nutzern sehr gut angekommen und hat betrieblich einwandfrei funktioniert. Die Partner PostAuto, SBB und AMAG konnten wichtige Erkenntnisse aus dem einjährigen Pilotprojekt ziehen. Der Tür-zu-Tür-Shuttle hat das Interesse von weiteren Gemeinden und Kantonen geweckt. Genau ein Jahr nach der ersten Fahrt beenden die Partner PostAuto, SBB und AMAG das Pilotprojekt Kollibri in der Region Brugg wie geplant und ziehen eine positive Bilanz. Kundinnen und Kunden waren insgesamt 8521 Mal mit einem Kollibri-Fahrzeug unterwegs, das ergab einen Durchschnitt von knapp 25 Fahrten pro Tag. Eine durchschnittliche Kollibri-Fahrt wies eine Länge von 4,2 Kilometern auf und dauerte knapp 10 Minuten. 1230 Personen nutzten das neue Mobilitätsangebot und 5852 Personen luden die Kollibri-App auf ihr Smartphone. Wer mit Kollibri unterwegs war, bewertete Bestellung, Bezahlung und Abwicklung der Fahrt fast ausnahmslos (98% der Rückmeldungen) positiv. Damit zeigte sich, dass die Fahrgäste gut mit der App zur Bestellung des Fahrdienstes zurechtkamen, und Kollibri einem Bedürfnis auf der letzten Meile der Mobilität entspricht.

Optimale Ergänzung zum ÖV

Am häufigsten waren die Kollibri-Fahrzeuge am Abend unterwegs mit Nachfragespitzen am Freitag- und Samstagabend. Zu Zeiten, da der ÖV-Fahrplan weniger dicht war, nahm die Zahl der Kollibri-Fahrten zu. Viele Kollibri-Nutzerinnen und -Nutzer waren offenbar zugleich auch ÖV-Kunden, die Auswertung zeigt, dass die meisten Kollibri-Fahrten zum Bahnhof führten oder diesen als Ausgangspunkt hatten. Versuchsweise wurden im Rahmen der Tests die Kollibri-Tarife für Kunden mit ÖV-Abos gesenkt, worauf die Zahl der Kollibri-Nutzungen deutlich stieg.

On-demand-Fahrzeuge wie Kollibri weisen dank Pooling grundsätzlich eine bessere Auslastung auf als Privatfahrzeuge. Beim Pooling können mehrere Kunden den gleichen Kollibri-Bus benutzen, wenn sie zeitgleich auf einer ähnlichen Strecke unterwegs sind. Während des Pilotprojekts in Brugg hat das Pooling nicht das erhoffte Niveau erreicht. Studien aus dem Ausland zu vergleichbaren Projekten belegen aber, dass es einen Zusammenhang gibt zwischen der Anzahl Nutzer und der Häufigkeit des Poolings.

Engagement von Bestellern wichtig

Ein Kollibri-Angebot wie in Brugg kann unter den gegenwärtigen Bedingungen nicht eigenwirtschaftlich betrieben werden. Will man einen On-demand-Service in dieser Form längerfristig aufrechterhalten, braucht es das Engagement von Gemeinden und Kantonen als Besteller des öV-Angebots. Sie würden – analog zum Mechanismus des regionalen Personenverkehrs – das Angebot bestellen und mitfinanzieren. In der Region Brugg waren zwar einige Gemeinden an einer Weiterführung von Kollibri interessiert, der dadurch erreichte Einsatzperimeter wäre aber zu klein gewesen für einen sinnvollen Betrieb. Zudem könnte die nötige Finanzierung nicht alleine durch Gemeinden aufgebracht werden, es wären weitere Finanzierungsquellen nötig. Bereits in einer frühen Phase des Projekts hat PostAuto mit Vertretern von Bund und Kantonen das Gespräch aufgenommen, um die Integration von Kollibri in den öffentlichen Verkehr zu erörtern. «Gehört dieses On-demand-Angebot zum öffentlichen oder zum privaten Verkehr?», lautete die zentrale Frage. Die entsprechenden Diskussionen werden weitergeführt. Für PostAuto ist Kollibri eine neue Form des öffentlichen Verkehrs, die dank flexiblem Einsatz der Fahrzeuge in eher peripheren Räumen oder zu Randstunden sehr effizient sein kann. Der Kanton Aargau versteht das Angebot Kollibri in der Region Brugg eher im Sinne eines «B-Taxis» und somit mehr dem individuellen als dem öffentlichen Verkehr zugehörend. Im Kanton Aargau fehlen heute die rechtlichen Grundlagen, um On-demand-Angebote in die öV-Bestellung zu integrieren.

Weitere Projekte folgen

PostAuto, die SBB und die AMAG haben mit dem Pilotprojekt in der Region Brugg gezeigt, dass sich ein Tür-zu-Tür-Shuttle als Ergänzung zu bestehenden Verkehrssystemen auf der ersten und letzten Meile einwandfrei betreiben lässt. Damit haben sie das Interesse von Gemeinden und Kantonen in der ganzen Schweiz geweckt. Bereits im September hat die Gemeinde Eglisau einen dreiwöchigen Kollibri-Demobetrieb durchgeführt. Ebenfalls im September hat PostAuto den Tür-zu-Tür-Shuttle als mögliche Ergänzung zum Ortsverkehr in Brig-Glis präsentiert und modernisiert nun mit Hilfe der Kollibri-Software den Betrieb des eigenen PubliCar-Angebots im Kanton Waadt. Schliesslich hat das BAV jüngst die Förderung eines On-demand-Vorhabens im Kanton Nidwalden zugesagt, das nun vorbehaltlich der Zustimmung des Regierungsrats mit dem Kanton und weiteren Projektpartnern vorbereitet wird. Damit engagiert sich PostAuto zusammen mit Bestellern und den jeweiligen Partnern für die Weiterentwicklung der Mobilitätspalette, um Kundinnen und Kunden massgeschneiderte Lösungen zu bieten.